Die Renaturierung des Rothbachtals: Zusammenfassung
8. Projekt mit Leuchtturmfunktion
Durch das Engagement und die Weitsichtigkeit der Gemeinde Gehlert, sich für die Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen zu entscheiden, entsteht ein Vorzeigeprojekt mit dem Ansatz ‚Klimaanpassung durch Renaturierung‘ im Kommunalwald von Rheinland-Pfalz. Perspektivisch könnte das Maßnahmengebiet noch wesentlich erweitert werden. Denn die Projektfläche liegt im Kernbereich eines über 100 Hektar großen, zusammenhängenden Quellgebietes. Quell- und Feuchtgebiete in dieser Dimension und räumlichen Konzentration sind im Westerwald sehr selten und wertvoll.
Luftbild des Quellbereichs
Die Projektfläche liegt im Kernbereich eines ca. 110 ha großen, zusammenhängenden Quellgebietes mit umliegenden Satelliten (vgl. Abb. 79). Der Hauptanteil davon liegt in der Gemarkung Gehlert, kleinere Anteile entfallen auf die Gemarkungen Lochum und Alpenrod. Hinsichtlich der Grund- und Staunässestufen sind bisher lediglich die Waldflächen im Gebiet erfasst, nicht die Offenlandlebensräume. Auf das Gebiet der Gemeinde Gehlert entfallen rund 70 ha Wald auf durch Grund- und Staunässe beeinflusste Bereiche. In den Gemarkungen Lochum und Alpenrod sind insgesamt rund 30 ha Wald grund- und staunässebeeinflusst. Hieraus leitet sich ein riesiges Potential ab für künftige flächige Wiedervernässungsprojekte als natürliche Klimaanpassungsmaßnahme für die Unterlieger.
Das Pilotprojekt liegt im Bereich des Forstamts Hachenburg und Waldbildungszentrum und wird künftig umfangreich für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Forstleuten, Waldbesitzenden und Naturschützenden aus ganz Rheinland-Pfalz als positives Beispiel genutzt, um hoffentlich auch anderenorts zur Nachahmung anzuregen. In der Bildungsarbeit des Waldbildungszentrums hat es bereits einen festen Platz.
Mit der Zustimmung zur Umsetzung des Renaturierungsvorhabens setzt das das ‚Brunnendorf‘ Gehlert ein Zeichen der Generationenverantwortung und für natürlichen Klimaschutz auf kommunaler Ebene. Dieser Ansatz – anstelle vereinzelter Maßnahmen in Wirkungszusammenhängen und flächenbezogen zu agieren – ist bisher in Rheinland-Pfalz noch recht selten. Es ist eine hervorragende Leistung der Gemeinde Gehlert. Insbesondere der Bürgermeisterin Elsabe Giese ist es gelungen, alle Interessen und Perspektiven hinter dem Projekt zu vereinen und den Weg als Kommunalgesellschaft geschlossen zu gehen.