Stamm- und Kronenbereich
Stamm- und Kronenbereich
Beurteilung des Stamm- und Kronenbereichs
Pilzkonsolen am Stamm
Pilzkonsolen im Stammbereich sind ein Zeichen von bereits länger vorhandenem Pilzwachstum. Die Standfestigkeit kann erheblich geschwächt sein.
Sehr kritisch:

Foto: Landesforsten.RLP.de / Patricia Balcar
Sonnenbrand
Sonnenbrand entsteht bei Bäumen, die plötzlich freigestellt werden. Die Stellen an denen die Rinde aufgeplatzt ist, können schnell zur Eintrittspforte für Pilze werden.
Bild 1:
Sonnenbrand an Buche
Bild 2:
Sonnenbrand mit Stammbruch an Fichte
Fotos (v. l. n. r.): Landesforsten.RLP.de / Felix Reusch, Jonathan Fieber
Rindennekrosen
Es handelt sich hierbei um das Absterben von Rindenteilen. Dies ist oft an Verfärbungen und Schleimfluss zu erkennen. Es kann zu deutlichen Stabilitätseinbußen führen – insbesondere wenn Schleimfluss zu erkennen ist.
Beispiel einer Rindennekrose

Foto: Landesforsten.RLP.de / Felix Reusch
Höhlung
Höhlungen können auf verschiedenste Arten entstehen (z. B. Astabbrüche, Astrückschnitte, Spechtlöcher, Pilze etc.). Je nach Größe und Lage am Stamm können sie problematisch für die Standsicherheit werden. Insbesondere wenn bereits weitere Schäden wie Pilzfruchtkörper, Schleimfluss oder Mulm zu erkennen sind.
Bild 1:
Spechtloch
Bild 2:
Höhlenetage
Bild 3:
Blitzrinne mit erheblicher Fäule
Fotos (v. l. n. r.): Landesforsten RLP / Phillip Holl, Gerhard Hänsel, Phillip Holl
Risse
Risse können auf verschiedene Arten entstehen (Belastung, Wind, Temperaturschwankungen etc.). Kleinere Risse werden vom Baum überwallt, es können jedoch auch Pilze und andere Schadorganismen über Risse in den Baum eindringen. Starke Risse können auch zu statischem Versagen des Baumes führen. Insbesondere im Kronenbereich können Risse in Ästen auf ein baldiges Versagen des Astes hinweisen.
Stabilität erheblich gefährdet:
Riss an einer Fichte

Foto: Landesforsten RLP / Matthias Grohs
Zwiesel
Als Zwiesel bezeichnet man die Vergabelung des Stammes in zwei Hälften. Es wird nach U- und V-Zwiesel unterschieden. Ein U-Zwiesel ist normalerweise stabil. Ein V-Zwiesel ist kritischer zu sehen. Je nach Alter und Stärke des Zwiesels kann hier Fäule entstehen und ein Ausbrechen einer Hälfte wird wahrscheinlicher.
Dies wird oftmals dadurch begünstigt, dass sich in den Zwieseln Wasser ansammeln kann. Das gilt insbesondere, wenn bereits Rissbildung, seitliche Aufwölbung durch Rindeneinwachsungen oder Schleimfluss zu erkennen ist.
Bild 1:
Sicher und stabil: U-Zwiesel
Bild 2:
Achtung: V-Zwiesel mit deutlicher Überwachsung und beginnendem Riss
Bild 3:
Achtung: V-Zwiesel mit Wassertasche und beginnender Fäule
Fotos (v. l. n. r.): Landesforsten RLP / Matthias Grohs, Phillip Holl
Rindenauffälligkeiten / Wuchsanomalien
Wenn die Rindenstruktur oder der Stamm „ungewöhnlich“ erscheint, können Schäden vorliegen. Dies kann verschiedenste Gründe haben. Beispiele sind Baumkrebs, alte Beschädigungen, besondere Wuchsverläufe, eingewachsene Fremdkörper o. Ä.
Bild 1:
Drehwuchs. Die Stabilität ist nicht beeinflusst.
Bild 2:
Verschweißung
Fotos: Landesforsten RLP / Waldbildungszentrum
Totäste und Astausbrüche
Totäste entstehen natürlicherweise durch das Absterben von Ästen der unteren Krone – je nach Baumart in größerem oder kleinerem Umfang. Jeder Astausbruch ist eine potentielle Eintrittspforte für Fäule und Pilze. Aufgrund der klimatischen Veränderungen der letzten Jahre sterben teilweise ganze Kronen ab. Dies geschieht meist von außen her und ist an einer Verlichtung der Krone zu erkennen. Hier besteht große Gefahr!
Bild 1:
Kronentotholz
Bild 2:
Kronenverlichtung
Bild 3:
Abgestorbene Krone
Bild 4:
Ausgebrochener Starkast
Fotos: Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber
Hinweis:
Sollten Sie sich unsicher sein, ob durch eine der oben aufgeführten Auffälligkeiten Gefahr droht, halten Sie mindestens eine Baumlänge Abstand oder suchen Sie sich einen anderen Ort für Ihren Verweilplatz.